Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, hohes Cholesterin: Viele Menschen ziehen mit einer chronischen Krankheit nach Spanien. Das ist gut möglich. Das spanische öffentliche System betreut Langzeitpatienten zuverlässig, mit elektronischen Dauerrezepten und regelmäßigen Kontrollen. Bei der privaten Versicherung gibt es aber Regeln, die Sie kennen sollten. Dieser Ratgeber erklärt beides, für Residenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In Spanien leben rund 19 Millionen Menschen mit mindestens einer chronischen Erkrankung. Das Gesundheitsministerium hat dafür eine eigene Strategie. Der Mittelpunkt ist das Gesundheitszentrum (centro de salud) an Ihrem Wohnort.
Anders als in Deutschland gehen Sie im öffentlichen System nicht direkt zum Facharzt. Der Weg führt immer über den Hausarzt.
Spanien arbeitet seit Jahren mit dem elektronischen Rezept (receta electrónica). Für stabile Langzeitbehandlungen legt der Hausarzt einen Behandlungsplan an, oft für zwölf Monate.
Für Medikamente zahlen Sie eine Zuzahlung, die vom Einkommen abhängt. Für Rentner liegt sie in der Regel bei 10 % des Preises, mit einer monatlichen Obergrenze. Mehr dazu auf unserer Seite Apotheke und Rezept in Spanien.
Typ-2-Diabetes wird überwiegend vom Hausarzt und der Pflegekraft betreut, mit Kontrollen alle drei bis sechs Monate. Übliche Tabletten, Insulin, Teststreifen, Lanzetten und Nadeln gibt es auf Rezept. Bei Typ-1-Diabetes übernimmt das öffentliche System die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) nach klinischen Kriterien. Insulinpumpen laufen über die Endokrinologie im Krankenhaus.
Die Behandlung folgt einem Stufenschema, ähnlich wie zu Hause. Das Notfallspray mit Salbutamol ist in Spanien verschreibungspflichtig. Kommen Sie mit einem ungewöhnlichen Kombinationspräparat, stellt der Arzt Sie oft auf ein gleichwertiges spanisches Präparat um. Schwere Formen werden in der Lungenheilkunde (neumología) im Krankenhaus behandelt.
Bluthochdruck ist die häufigste chronische Diagnose in Spanien. Nach der Einstellung gibt es meist halbjährliche Kontrollen bei der Pflegekraft und eine jährliche beim Hausarzt, mit EKG und Blutwerten. Cholesterinsenker gibt es auf Dauerrezept.
Herzinsuffizienz wird in größeren Krankenhäusern in eigenen Einheiten betreut, stabile Patienten gemeinsam mit dem Hausarzt.
| Erkrankung | Betreuung im öffentlichen System | Übliche Kontrollen |
|---|---|---|
| Typ-2-Diabetes | Hausarzt und Pflegekraft | alle drei bis sechs Monate |
| Typ-1-Diabetes mit Pumpe | Endokrinologie im Krankenhaus | nach Vorgabe der Klinik |
| Asthma und COPD | Hausarzt, schwere Formen in der neumología | nach Stufenschema |
| Bluthochdruck | Pflegekraft und Hausarzt | halbjährlich Pflege, jährlich Hausarzt mit EKG und Blutwerten |
| Herzschwäche | Eigene Einheiten in größeren Krankenhäusern, stabile Patienten mit dem Hausarzt | nach Vorgabe der Klinik |
Eine vollständige private Police in Spanien prüft Ihre Gesundheit mit einem Fragebogen (cuestionario de salud). Wer Diabetes, Asthma, Bluthochdruck oder eine andere Langzeiterkrankung hat, muss das angeben. Mögliche Ergebnisse:
Außerdem gilt: Private Policen in Spanien erstatten Medikamente aus der Apotheke in der Regel nicht. Viele chronisch Kranke nutzen deshalb die private Police für schnelle Facharzttermine und das öffentliche Dauerrezept für ihre Medikamente.
Sind Sie über das S1 öffentlich versichert, brauchen Sie keine private Police. Viele möchten aber schneller zum Facharzt, etwa zum Kardiologen, Endokrinologen oder Lungenfacharzt. Dafür gibt es unsere Facharzt-Zusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen. Sie deckt alle Fachärzte ab. Es gibt keinen Gesundheitsfragebogen, daher sind Ihre chronischen Erkrankungen mitversichert. Sie bietet weniger Leistungen als eine vollständige Police.
Nach einer Operation oder bei Rückenproblemen hilft unser Ratgeber zur Physiotherapie in Spanien. Einen Überblick über beide Systeme finden Sie unter öffentlich oder privat in Spanien.
Mit einer chronischen Erkrankung zählt die passende Lösung mehr als der günstigste Beitrag. Wir helfen Ihnen, den richtigen Tarif eines in Spanien zugelassenen Versicherers zu wählen, als vollständige Police oder als Ergänzung zum S1. Telefon +34 868 290 730, WhatsApp +34 613 26 88 98, E-Mail info@247expatinsurance.com.
Angebot anfordern Zur StartseiteMeist ja, oft als spanisches Präparat mit demselben Wirkstoff. Bei ungewöhnlichen Kombinationen passt der Arzt die Behandlung manchmal an.
Sie brauchen zuerst die Gesundheitskarte und einen zugewiesenen Hausarzt. Danach wird die Dauerbehandlung meist nach dem zweiten oder dritten Termin eingetragen, sobald die Behandlung als stabil gilt.
Im öffentlichen System gibt es eine einkommensabhängige Zuzahlung. Für Rentner liegt sie in der Regel bei 10 % mit einer monatlichen Obergrenze.
Eine vollständige Police prüft Ihre Gesundheit. Die Erkrankung kann ausgeschlossen oder mit Wartezeit versichert werden. Komplikationen anderer Art und andere Erkrankungen bleiben versichert. Geben Sie immer alles an.
Nein. Die receta crónica gehört zum öffentlichen System. Private Ärzte stellen private Rezepte aus; dafür zahlen Sie in der Apotheke den vollen Preis.
Für S1-Rentner ja: die Facharzt-Zusatzversicherung. Sie deckt alle Fachärzte ab, ohne Fragebogen, auch bei Vorerkrankungen. Sie ist nur eine Ergänzung zum S1 oder einer anderen öffentlichen Absicherung und kein Nachweis für das Certificado de Registro oder ein Visum.