Kinderarzt in Spanien: so funktioniert der pediatra

Wer mit Kindern nach Spanien zieht, sucht als Erstes einen Kinderarzt in Spanien. Das spanische System ist darauf ausgelegt: Jedes öffentlich versicherte Kind bekommt einen eigenen Kinderarzt im örtlichen Gesundheitszentrum. Hier lesen Sie, wie Vorsorge und Impfungen ablaufen, wohin Sie nachts gehen und wann sich eine private Krankenversicherung für Kinder lohnt.

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Warum der Kinderarzt in Spanien anders funktioniert

In Deutschland, Österreich und der Schweiz suchen Eltern sich die Kinderarztpraxis selbst aus. In Spanien läuft es anders: Die Zuteilung geht über Ihre Meldeadresse.

Ihr Kind wird bei dem centro de salud geführt, das für Ihre Straße zuständig ist. Dort gibt es eine eigene Kindersprechstunde (consulta de pediatría), oft mit Kinderkrankenschwester. Der Kinderarzt heißt pediatra und wird automatisch zugeteilt, sobald Ihr Kind eine Gesundheitskarte (tarjeta sanitaria) hat.

Viele Familien nutzen beides: den öffentlichen Kinderarzt für Vorsorge und Impfungen und eine private Krankenversicherung für schnelle Termine und Fachärzte.

0–14Alter, bis zu dem der pediatra Ihr Kind in der Regel betreut, in einigen Regionen etwas länger
ca. 11Vorsorgetermine im programa del niño sano, von den ersten Lebenstagen bis zum Jugendalter
0 €für die Impfungen des offiziellen Kalenders im Gesundheitszentrum
112Notruf in Lebensgefahr, nachts und am Wochenende

Das Wichtigste in Kürze

Was Eltern nach dem Umzug wissen sollten.

Kinderarzt bis 14

Der pediatra betreut Ihr Kind in der Regel bis zum 14. Geburtstag, in einigen Regionen etwas länger. Danach wechselt es zum Hausarzt (médico de cabecera).

Im Gesundheitszentrum

Der Kinderarzt sitzt im centro de salud Ihres Wohnorts und wird mit der Gesundheitskarte automatisch zugeteilt.

Vorsorge wie die U-Untersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen heißen revisiones del niño sano. Sie ähneln den deutschen U-Untersuchungen.

Impfungen kostenlos

Impfungen nach dem offiziellen Impfkalender sind im Gesundheitszentrum kostenlos.

Nachts in die Notaufnahme

Abends und am Wochenende sind die Gesundheitszentren geschlossen. Dann gehen Sie in die Notaufnahme (urgencias) des nächsten Krankenhauses.

Privat: freie Wahl

Mit einer privaten Kinder- oder Familienkrankenversicherung wählen Sie den Kinderarzt selbst und kommen meist schneller zum Facharzt.

Kinderarzt in Spanien im öffentlichen System

So bekommt Ihr Kind einen öffentlichen Kinderarzt und so arbeiten Sie mit ihm.

  • Voraussetzung: Ihr Kind ist öffentlich versichert. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Elternteil in Spanien arbeitet und in die Seguridad Social einzahlt. Dann wird Ihr Kind als Angehöriger (beneficiario) eingetragen. Leben Sie von Ersparnissen oder einer Frührente und arbeitet niemand in Spanien, braucht Ihre Familie für das Certificado de Registro eine vollständige private Krankenversicherung. Mehr dazu unter Familienkrankenversicherung in Spanien.
  • Zuteilung nach Meldeadresse. Ihr Kind wird bei dem centro de salud geführt, das für Ihre Straße zuständig ist. Ein Wechsel innerhalb des Zentrums ist oft auf Antrag möglich.
  • Termine über cita previa. Sie buchen über die Gesundheits-App Ihrer Region oder telefonisch im Gesundheitszentrum. Jede Region hat eine eigene App. Normale Termine dauern ein bis zwei Wochen. Für kranke Kinder halten viele Zentren am selben Tag Plätze frei.
  • Der pediatra ist die erste Anlaufstelle. Husten, Ohrenschmerzen, Magen-Darm, Hautausschlag, Atteste für Schule und Sport, Rezepte und Überweisungen (derivaciones) zum Facharzt im Krankenhaus.
  • Kein Allgemeinarzt für Kinder. Ein Allgemeinarzt behandelt Kinder in Spanien normalerweise nicht. Fragen Sie auch in privaten Kliniken ausdrücklich nach pediatría.
  • Mit 14 zum Hausarzt. Danach übernimmt der médico de cabecera im selben Gesundheitszentrum.

Vorsorge und Impfungen beim Kinderarzt in Spanien

Spanien hat ein festes Vorsorgeprogramm und einen offiziellen Impfkalender.

  • Revisiones del niño sano statt U-Untersuchungen. Das programa del niño sano umfasst von den ersten Lebenstagen bis zum Jugendalter rund elf Termine. Gemessen werden Gewicht, Größe und Kopfumfang. Kinderarzt oder Kinderkrankenschwester prüfen Entwicklung, Sehen, Hören und später auch den Blutdruck.
  • Das gelbe Heft mitbringen. Bei Zuzug aus Deutschland oder Österreich bringen Sie das Kinderuntersuchungsheft mit. Es hilft dem pediatra, die bisherige Entwicklung einzuordnen.
  • Impfkalender (calendario vacunal). Die Impfungen des offiziellen Kalenders bekommen Kinder kostenlos im Gesundheitszentrum, oft zusammen mit einer Vorsorgeuntersuchung. Grundlage ist der Impfkalender des spanischen Gesundheitsministeriums. Die Regionen können zusätzliche Impfungen anbieten.
  • Den Impfpass mitnehmen. Der spanische Kalender stimmt nicht in jedem Punkt mit den Empfehlungen der STIKO oder Ihres Heimatlandes überein. Nehmen Sie den Impfpass mit, am besten mit einer Übersetzung der Impfungen. Der Kinderarzt legt dann fest, ob und welche Impfungen nachgeholt werden.
  • Impfungen außerhalb des Kalenders. Diese zahlen Sie meist selbst. Manche private Policen erstatten sie ganz oder teilweise. Fragen Sie vor dem Abschluss nach.

Nachts und am Wochenende: Kindernotaufnahme

Die Gesundheitszentren schließen abends und am Wochenende.

  • Notaufnahme im Krankenhaus. Mit einem kranken Kind gehen Sie dann in die Notaufnahme (urgencias) des nächsten Krankenhauses. Größere Krankenhäuser haben eine eigene Kindernotaufnahme (urgencias pediátricas).
  • In Lebensgefahr: 112. Wählen Sie immer die 112.
  • Bei kleinen Fragen zuerst anrufen. Am Wochenende können die Wartezeiten in öffentlichen Notaufnahmen lang sein. Bei leichtem Fieber lohnt sich ein Anruf im Gesundheitszentrum oder bei der Notdienst-Nummer Ihrer Region.
  • Telefon- oder Videoberatung. Viele private Policen bieten zusätzlich eine ärztliche Beratung per Telefon oder Video an. Was genau enthalten ist, steht in den Versicherungsbedingungen.

Privater Kinderarzt: wann sich eine Krankenversicherung für Kinder lohnt

Mit einer privaten Police gilt in der Regel:

Freie Wahl

Sie wählen den Kinderarzt aus dem Ärzteverzeichnis (cuadro médico) Ihres Versicherers selbst.

Schnelle Termine

Termine bekommen Sie meist innerhalb weniger Tage.

Kinderfachärzte im Netz

Überweisungen zu Allergologie, Kardiologie, Neurologie oder Dermatologie bleiben im Netzwerk. Wartelisten wie im öffentlichen System gibt es dort in der Regel nicht.

Private Kindernotaufnahme

Die Kindernotaufnahmen der Vertragskliniken stehen Ihnen offen.

Beratung per Telefon oder Video

Viele Policen bieten eine ärztliche Telefon- oder Videoberatung. Was enthalten ist, steht in den Bedingungen.

Impfungen außerhalb des Kalenders

Manche Policen erstatten sie ganz oder teilweise. Die Impfungen des offiziellen Kalenders bleiben im Gesundheitszentrum kostenlos.

Ob ein Arzt Deutsch spricht, ist nirgends garantiert. In Regionen mit vielen deutschsprachigen Familien, etwa auf Mallorca, an der Costa Blanca oder an der Costa del Sol, finden Sie eher mehrsprachige Kinderärzte. Viele Ärzteverzeichnisse lassen sich nach Sprachen filtern. Fragen Sie bei der Terminbuchung nach.

Häufige Fehler von Eltern

Diese Fehler lassen sich leicht vermeiden.

  • Einen Allgemeinarzt für das Kind buchen. Für Kinder ist der pediatra zuständig, nicht der Hausarzt.
  • Vorsorgetermine auslassen. Die revisiones sind die Grundlage für spätere Überweisungen und Impfungen.
  • Den Impfpass zu Hause lassen. Ohne Nachweis kann der Kinderarzt Lücken nicht erkennen.
  • Mit jeder Kleinigkeit in die Notaufnahme. Das kostet Stunden. Nutzen Sie zuerst Gesundheitszentrum, Notdienstnummer oder die Telefonberatung Ihrer Police.
  • Die Anmeldung aufschieben. Ohne Gesundheitskarte gibt es keinen öffentlichen Kinderarzt. Melden Sie Ihr Kind gleich nach dem Umzug an.

Die passende Police für Ihre Familie

Darauf sollten Familien beim Abschluss achten, und so helfen wir Ihnen dabei.

Selbstbeteiligung (copago)

Bei kleinen Kindern summieren sich die Arztbesuche schnell. Ein Tarif ohne Selbstbeteiligung ist oft günstiger, als er zunächst aussieht.

Für die Residencia

Für das Certificado de Registro brauchen Sie ohnehin eine Police ohne Selbstbeteiligung und ohne Wartezeiten. Mehr unter Krankenversicherung für die Residencia.

Neugeborene

Klären Sie vorher, wie und bis wann Sie ein Baby nachmelden können.

Zähne

Viele Regionen haben ein Kinderzahnprogramm (PADI) für einfache Kontrollen. Kieferorthopädie ist darin meist nicht enthalten. Dafür gibt es die Zahnversicherung in Spanien.

Eingetragene Exklusivagentur

247 Expat Insurance ist bei der spanischen Versicherungsaufsicht DGSFP als Exklusivagentur eines in Spanien zugelassenen Versicherers eingetragen.

Hilfe auch nach dem Abschluss

Wir helfen Ihnen, den passenden Tarif zu wählen, erklären das Ärzteverzeichnis für Ihren Wohnort und unterstützen Sie später bei Fragen zu Leistungen.

Häufige Fragen zum Kinderarzt in Spanien

Was Eltern nach dem Umzug am häufigsten fragen.

Bis zu welchem Alter geht mein Kind in Spanien zum Kinderarzt?
In der Regel bis 14 Jahre, in einigen Regionen etwas länger. Danach übernimmt der Hausarzt (médico de cabecera) im selben Gesundheitszentrum.
Kann ich den öffentlichen Kinderarzt selbst wählen?
Nur begrenzt. Der Kinderarzt wird nach Ihrer Meldeadresse im zuständigen Gesundheitszentrum zugeteilt. Ein Wechsel innerhalb des Zentrums ist oft auf Antrag möglich. Freie Wahl haben Sie mit einer privaten Krankenversicherung.
Gibt es in Spanien deutschsprachige Kinderärzte?
Ja, vor allem in Regionen mit vielen deutschsprachigen Familien wie Mallorca, Costa Blanca oder Costa del Sol. Garantiert ist das nicht, auch nicht im öffentlichen System. Private Ärzteverzeichnisse lassen sich oft nach Sprache filtern.
Sind Impfungen für Kinder in Spanien kostenlos?
Die Impfungen des offiziellen Impfkalenders sind im Gesundheitszentrum kostenlos, auch wenn Sie zusätzlich privat versichert sind. Impfungen außerhalb des Kalenders zahlen Sie meist selbst oder lassen sie von Ihrer Police erstatten, falls diese das vorsieht.
Was mache ich, wenn mein Kind nachts krank wird?
Gehen Sie in die Notaufnahme (urgencias) des nächsten Krankenhauses, wenn möglich mit Kindernotaufnahme. In Lebensgefahr rufen Sie die 112. Privat Versicherte können auch die Notaufnahme einer Vertragsklinik nutzen.
Braucht mein Kind für die Residencia eine eigene Krankenversicherung?
Jedes Familienmitglied braucht für das Certificado de Registro einen Krankenschutz. Das kann der öffentliche Schutz über einen arbeitenden Elternteil sein oder eine vollständige private Police ohne Selbstbeteiligung und ohne Wartezeiten, in der Ihr Kind namentlich steht.
Zahlt die Krankenversicherung auch den Zahnarzt für Kinder?
Meist nur eingeschränkt. Viele Regionen haben ein Kinderzahnprogramm (PADI) für Kontrollen. Für Behandlungen und Kieferorthopädie lohnt sich oft eine eigene Zahnversicherung.

Versicherungen für Ihre Familie in Spanien

Wir vermitteln die Versicherungen eines in Spanien zugelassenen Versicherers.

Eltern mit Kindern

Familienkrankenversicherung

Eltern und Kinder in einer Police, mit freier Wahl des Kinderarztes.

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Krankenversicherung in Spanien

Krankenversicherung für die Residencia

Ohne Selbstbeteiligung und ohne Wartezeiten, mit jedem Kind namentlich in der Police.

Mehr erfahren →

Versicherungskarte und Police

Zahnversicherung

Für Behandlungen und Kieferorthopädie, die das Kinderzahnprogramm nicht abdeckt.

Mehr erfahren →

Weitere Ratgeber für Familien

Mehr zum Gesundheitssystem in Spanien.

Familienkrankenversicherung

Eltern und Kinder versichern, auch für die Residencia.

Öffentlich oder privat?

Wie das öffentliche und das private System in Spanien zusammenspielen.

Zahnversicherung in Spanien

Was über das Kinderzahnprogramm hinausgeht.

Psychologische Hilfe in Spanien

Wie Sie in Spanien psychologische Unterstützung finden.

Krankenversicherung für Ihre Kinder

Nennen Sie uns das Alter Ihrer Kinder und Ihren Wohnort in Spanien. Wir erstellen ein unverbindliches Familienangebot. Telefon +34 868 290 730, WhatsApp +34 613 26 88 98, E-Mail info@247expatinsurance.com.

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